Es war die Nacht der Nächte: Halloween 2026, eine geheime Party auf Schloss Fürstenried, organisiert von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Fürstenried. Um Mitternacht stimmte die Hexe ihr Lied an, der Zauberer schenkte einen frisch gebrauten Cocktail aus einem rostigen Kessel aus, ein schwarzer Kater sprang fauchend durch die Menge, und die Wetterfee ließ ein gewaltiges Gewitter aufziehen. Als der Werwolf heulte und ein Blitz das Schloss traf, war es geschehen: Ein Fluch verwandelte alle Gäste in jene Wesen, als die sie sich verkleidet hatten, und bannte sie für ein ganzes Jahr aufs Schlossgelände.
Dies war die Ausgangslage für die „Mock Debate“, mit der das P-Seminar MUN (TEU) gemeinsam mit dem Kurs „Englische Konversation“ (ZGN) die Regeln und Abläufe des Planspiels „Model United Nations“ zum ersten Mal einübte. In die Rollen der verschiedenen Kreaturen geschlüpft, rangen die Teilnehmenden darum, wie so unterschiedliche Wesen ein Jahr lang friedlich in den Mauern von Schloss Fürstenried zusammenleben könnten.
Zunächst ging es darum, wer wo wohnen sollte: Die Wetterfee tauschte den ihr zugedachten Briefkasten gegen den Wintergarten, der Kobold erhielt ein geheimes Tunnelsystem durch das ganze Schloss, und der Werwolf bekam ein geräumiges Kellerzimmer statt der vorgesehenen Hundehütte.
Auch die Versorgung wurde genauestens geregelt. Um den Gelüsten der blutsaugenden Kreaturen gerecht zu werden, beschloss man, dass jedes Wesen monatlich 5 % seines Blutes spendet. Da es sich bei den Kreaturen um schulpflichtige Jugendliche handelt, durfte natürlich auch die Bildung nicht zu kurz kommen: Künftig soll jedes Wesen nach seinen Stärken unterrichten. So erklärte sich der Sensenmann bereit, Gartenkunde zu geben, während „Das Ding“ (die Hand) einen Gebärdensprachkurs anbieten und das Einhorn die Stundentafel um Yoga ergänzen wird.
Der größte Umsturz aber traf die Krone: Zauberer und Hexe, die sich selbst als König und Königin ernannt hatten, wurden entthront. An ihre Stelle tritt eine direkte Demokratie, in der sich Kandidaten für Ministerien wie Inneres, Landwirtschaft oder die Schatzkammer bewerben, für sechs Wochen gewählt werden und per absoluter Mehrheit wieder abgesetzt werden können. Die Resolution wurde angenommen, und so ist das Schloss seitdem nicht mehr nur ein Ort des Grauens, sondern auch der Mitbestimmung.
Ein herzlicher Dank gilt unseren ehemaligen P-Seminaristinnen Emma und Brina, die die Moderation der Debatte übernommen haben, sowie Advitha, die als Admin Staff tatkräftig unterstützt hat!
Text: Sarah Teubel
Bilder: Gymnasium Fürstenried