GYMNASIUM FÜRSTENRIED
Naturwissenschaftlich-technologisches und Sprachliches Gymnasium
Getränke- und Snackverkauf am Sommerkonzert 2016

Um die Musiker und Besucher des diesjährigen Sommerkonzerts angemessen zu stärken, verkauften wir in der Pause Getränke sowie süße und herzhafte Burkina Faso-Snacks. Die Palette der Erfrischungen reichte von Wasser und Saft bis hin zu alkoholfreiem Sekt und Hugo mit Minzblättchen. Afrikanisch angehaucht war dagegen die Vielfalt der Speisen: Neben Ananaskuchen, Bananenbällchen und Herzogplätzchen boten wir Auberginenfrikadellen, Fleischbällchen mit verschiedenen Currys, Kartoffeln und Couscous an. So gestaltete sich nicht nur das Konzert als akustischer, sonder auch die Pause als kulinarisches Genuss für die Besucher.

Weihnachtsbasar

Am Weihnachtsbasar verkaufen wir unseren aktuellen Kalender, das afrikanische Kochbuch, afrikanische Snacks sowie burkinisches Kunsthandwerk in Form von Schlüsselanhängern, Schmuck und Holzstatuen.

Doch eigentlich sind nicht wie die Hauptakteure des Weihnachtsbasars, dessen Einnahmen in unsere Projekte in Burkina Faso fließen, sondern alle Schülerinnen und Schüler unserer Schule: Alle Klassen arbeiten mit, indem sie Plätzchen backen, selbstgebastelte Karten anbieten, ein Krippenspiel aufführen oder Würstel und Punsch verkaufen. So können jedes Jahr mehrere Tausend Euro eingenommen werden, die wir direkt an unseren Projektpartner in Burkina Faso spenden können. 

Sommerfest

Auch am Sommerfest hat die Burkina Faso-Gruppe traditionell einen Stand, an dem selbstgekochtes afrikanisches Essen (sowie das afrikanische Kochbuch) und burkinische Kunstgegenstände verkauft werden. Auch hier gehen alle Einnahmen direkt nach Burkina Faso. 

„La lumière pour les enfants du Burkina Faso“ – „Licht für die Kinder von Burkina Faso“

Zum Besuch des SEWA-Mitarbeiters Yéral Dicko aus Burkina Faso:

„So wie ich vor euch stehe, stehe ich oft vor Schülern in meiner Heimat, aber deren Situation ist völlig anders…“, so begrüßte Yéral Dicko, Projektleiter der Organisation SEWA am 22. Oktober 2015 die Fürstenrieder Schüler in der Aula zu einem Vortrag über seine Arbeit im westafrikanischen Staat Burkina Faso. SEWA (Sonnenenergie für Westafrika) hat sich zum Ziel gesetzt, Schulen und Krankenstationen mit Solaranlagen auszustatten, um die Lernsituation und die medizinische Versorgung in ländlichen Gegenden Burkinas zu verbessern.

Im Rahmen einer Konferenz war Yéral Dicko aus Ouagadougo nach Nürnberg gereist und wollte es sich nicht nehmen lassen, das Gymnasium Fürstenried zu besuchen, schließlich ist unsere Schule ein wichtiger Projektpartner, seit der ehemalige Schüler Maik Maurer die Initiative 1997 ins Leben rief. Begleitet wurde er von Uwe Schmidt, einem erfahrenen Entwicklungshelfer und ehrenamtlichen Mitarbeiter von SEWA.

Den Mitgliedern der Schulfamilie ist die Burkina-Faso-Gruppe durch die alljährlichen Kalender, kulturelle und kulinarische Veranstaltungen und auch die Spendensammlung beim Weihnachtsbazar bekannt. Während die langjährige Leiterin der Burkina-Faso-Gruppe, Frau Sager, im ersten Halbjahr in Elternzeit war, übernahm Herr Lehn vorübergehend die verantwortungsvolle Aufgabe und organisierte den Besuch von Herrn Dicko gemeinsam mit Frau Marthouret. Bei diesem Vortrag wurde eindrucksvoll belegt, dass die Gelder aus Fürstenried einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen in Burkina Faso leisten. Der westafrikanische Staat, der nach den politischen Umwälzungen 2015 zu Beginn des Jahres wegen eines Terroranschlags erneut in die Schlagzeilen geriet, gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Rund 81% der Burkinabé leben von weniger als 1,50 € pro Tag.

Zur Veranschaulichung seines Vortrags hatte Yéral Dicko Fotos von einem Projekt in dem kleinen Dorf Boron mitgebracht. Der Ort liegt 216 km Luftlinie von der Hauptstadt entfernt und ist an kein Stromnetz angeschlossen. Nach Einbruch der Dunkelheit, also bereits gegen 18:00 Uhr, sind die einzigen Lichtquellen für die Dorfbewohner Petroleum- oder Taschenlampen, welche nur eine spärliche Beleuchtung bieten und zudem vergleichsweise teuer und umweltschädigend sind. Der Ruß der Petroleumlampen schadet zudem der Gesundheit.

Hier wurde mit Fürstenrieder Spendengeldern eine Grundschule mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet, die den Schülern und Lehrern ermöglicht, sich am Abend auf den Unterricht vorzubereiten. Das ist in einem Land mit einer Analphabetenquote von rund 70 Prozent sowie einer Einschulungsrate von 45 Prozent von großer Bedeutung für die Bildungssituation. Viele Kinder werden nicht zur Schule geschickt, weil sie ihren Eltern bei der Feldarbeit helfen müssen. Eine beleuchtete Schule bietet auch ihnen die Möglichkeit, am Abend zu lernen.

Die Solaranlage kann mit der tagsüber gewonnenen Energie zwei Klassenzimmer bis zu sechs Stunden erhellen. Davon profitiert auch die Dorfgemeinschaft. Schließlich ist die Schule das einzige beleuchtete Gebäude in weiten Umkreis und kann für Versammlungen, Wahlen, Feiern oder Alphabetisierungskurse für Erwachsene genutzt werden. „Da dies das Leben der Bewohner langfristig verändert, ist es sehr wichtig, dass vor der Installation die Erwachsenen, insbesondere der Dorfälteste, für das Projekt gewonnen werden“; erklärt Yéral Dicko und zeigt Fotos von dem würdig wirkenden Chef von Boron mit seinen zwei Frauen und deren Kindern. Auf einem weiteren Bild sieht man, wie die Elternvertreter der Grundschule gemeinsam mit SEWA-Mitarbeitern einen Vertrag unterzeichnen. In diesen Vorgesprächen müssen sich die Dorfbewohner bereit erklären, für die Sicherheit, Reinigung sowie Instanthaltung der Geräte zu sorgen und regelmäßig Bericht zu erstatten.

Die Installation der Anlage wird durch das burkinische Unternehmen Micro Sow durchgeführt, sodass SEWA nicht in Konkurrenz mit örtlichen Firmen gerät und vor Ort Arbeitsplätze geschaffen werden. Das SEWA-Büro in Ouagadougou beschäftigt drei Angestellte, welche von Freiwilligen, früher Zivildienstleistenden, heute Praktikanten, unterstützt werden, während die deutschen Vereinsmitglieder ehrenamtlich arbeiten.

Gebannt verfolgt das Fürstenrieder Publikum die Präsentation der Fotos, die es auf eine Reise in eine andere Welt führt. Die Techniker mit ihren Geländewagen, die eine mehrstündige Reise zu den entlegenen Gebieten in der Steppe bewältigen müssen, werden von den burkinischen Kindern jubelnd begrüßt. Man sieht einige Hütten, den Dorfbrunnen und das schlichte Schulgebäude. Mit großer Begeisterung nehmen die Kinder den Fußball entgegen, den die SEWA-Mitarbeiter bei jeder Installation mitbringen. Ihrerseits erhalten sie auch manchmal ein Geschenk, zum Beispiel ein Huhn. Die Bilderserie zeigt, dass die Installation der Fotovoltaik-Anlage von den Dorfbewohnern interessiert verfolgt wird. Die Anlage ist recht einfach aufgebaut und besteht aus vier Komponenten: einem Solarmodul, einem Laderegler, zwei Energiesparlampen und einer Batterie mit einer Lebensdauer von ungefähr fünf Jahren.

An der Wand der Schule in Boron hängt nun ein Schild mit dem für die Einwohner schwer aussprechbaren Namen des Spenders ihrer Solaranlage: „Lycée Fürstenried Allemagne“. Eines der letzten Fotos zeigt rund fünfzig Kinder in ihrem Klassenzimmer, die Dankesbotschaften in die Kamera halten: „Merci Fürstenried!“ In den zwei Jahren nach dem Aufbau der Anlage werden Mitarbeiter von SEWA das Dorf regelmäßig aufsuchen, um den langfristigen Erfolg des Projektes sicher zu stellen.

Im Anschluss an den Vortrag, den Yéral Dicko auf Französisch hielt und der simultan übersetzt wurde, stellten die Fürstenrieder Schüler noch viele Fragen über die Schule in Boron und das Leben in Burkina Faso, einige sogar in der Fremdsprache, was die anwesenden Französischlehrer besonders erfreute. Im Gespräch erklärte der Projektleiter Dicko den Schülern immer wieder mit Nachdruck, dass sie großes Glück hätten, an dieser Schule lernen zu dürfen, was mit Überraschung aufgenommen wurde, wurde doch die Kombination der Wörter „lernen“ und „dürfen“ bisher immer als ein Widerspruch empfunden. Besonders beeindruckt zeigte sich der Techniker von den Whiteboards im Schulcontainer, ein Luxus, über den nicht einmal die Universität in Ouagadougou verfüge.

Anschließend hatten Uwe Schmid und Yéral Dicko eine Überraschung für die Schulgemeinschaft parat: Sie überreichten der Schulleitung und der Burkina-Faso-Gruppe ein Plakat mit dem Titel „La lumière pour les enfants du Burkina Faso“ (Licht für die Kinder von Burkina Faso), auf dem die Orte zu erkennen sind, an denen dank der Spendengelder aus Fürstenried Elektrifizierungsprojekte durchgeführt worden sind, an insgesamt dreizehn Schulen und mehreren Krankenstationen. Dieses Plakat ist mittlerweile gerahmt und kann an der Burkina Faso-Wand vor dem Treppenaufgang bewundert werden.

Aber auch die beiden SEWA-Mitarbeiter mussten nicht mit leeren Händen nach Hause gehen und erhielten einen Scheck über 5.000,- €. SEWA-Vorstandsmitglied Nils Goldbeck erklärte in einer Mail, dass diese neu eingegangene Spende in ein SEZ-Projekt investiert wird, das zusätzliche Fördermittel der „Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit“ erhält, so dass der Betrag verdreifach wird und statt einer Stätte gleich drei Schulen elektrifiziert werden können inklusive Handyladestation. Damit reagiert SEWA darauf, dass Handys laut UNICEF in Entwicklungsländern eine wichtige Rolle bei der Alphabetisierung übernommen haben.

Carola Marthouret

Kalender

Jährlich gestalten wir einen Burkina Faso-Kalender, der auf den Vorderseiten Fotos und auf den Rückseiten Informationen über Land und Leute bietet. Von afrikanischen Märchen über Hochzeitsbräuche und die Goldschürfung bis hin zu aktuellen Entwicklungen werden hier ganz verschiedenen Themen aufgegriffen. Ab September dürfen die Kalender gerne vorbestellt werden!

Burkina Faso-Abende

Meist im März veranstalten wir einen Burkina Faso-Abend, der aus zwei Höhepunkten besteht: Der Erste ist die Information über Burkina Faso mit interaktiven Ausstellungen, spannenden Vorträgen über Besuche vor Ort oder eine Skype-Liveschaltung, die das direkte Gespräch mit einem Burkinabé ermöglicht. Der zweite Höhepunkt sind die von uns für die Besucher vorbereiteten afrikanischen Speisen, die ein zwangloses Beisammensein sowie einen lockeren Austausch ermöglichen. 

Afrikanisches Kochbuch

Wir kaufen mittlerweile die zweite Auflage unseres afrikanischen Kochbuchs, das von Salaten, Vorspeisen, Hauptspeisen und Nachspeisen bis hin zu typisch afrikanischen Getränken alles zu bieten hat: Artischocken-Orangen-Salat, Boontjiessop, Lammschulter in Buttermilch, gebratenes Zimtbrot etc. Wer zu einem afrikanischen Festessen einladen will, der sollte unser afrikanisches Kochbuch haben!