GYMNASIUM FÜRSTENRIED
Naturwissenschaftlich-technologisches und Sprachliches Gymnasium
14.09.2017: Aktionen zum Schutz der Meere

Ende des Schuljahres 2016/17 haben sich die Klassen 7c und 7f mit dem Thema „Meere und Küsten Europas“ und dem Problem der Plastikverschmutzung beschäftigt und dazu den Film „Mikroplastik“ von ARTE angeschaut. Daraufhin waren die Schüler so betroffen, dass sie spontan entschlossen, etwas gegen das Problem zu unternehmen.

Die Schüler der 7c erstellten ein Schreiben und sammelten Unterschriften, um ALDI dazu zu bewegen, auf Plastiktüten zu verzichten. Das erste Zwischenergebnis waren 512 Unterschriften. Nun sollte noch eine letzte große Aktion an unserem Schulfest stattfinden. Alles war vorbereitet, da kam die Meldung, dass ALDI inzwischen beschlossen hatte, auch auf Plastik- und sogar auf Papiertüten zu verzichten! Zuerst waren wir traurig, aber dann freuten wir uns: Schließlich wollte das Unternehmen jetzt ja genau das tun, wozu wir es hätten bewegen wollen. Wir verfassten also ein weiteres Schreiben an ALDI und schickten der Zentrale trotzdem unsere Unterschriften – quasi als Erinnerung daran, sich auch an ihre Absicht zu halten.

Die Klasse 7f startete eine Spendenaktion um das Projekt „The Ocean Cleanup“ von Bojan Slat zu unterstützen, der Vorrichtungen entwickelt, um die Meere von Plastik zu säubern. Wir wollten zuerst Kuchen backen, aber da wir dem Pausenverkauf und der Mensa dadurch einen Teil ihrer Einnahmen streitig machen könnten, wurde dies nicht genehmigt. Also bastelten wir Poster, bauten einen Infostand und sammelten die Spenden eben ohne Kuchen. So kamen alles in allem trotzdem immerhin rund 690 € zusammen. Eine Summe, die sich durchaus sehen lassen kann!

Beide Aktionen zeigen, dass es gerade im Geographieunterricht nicht immer dabei bleiben muss, festzustellen, dass viele Dinge auf dieser Welt nicht gut laufen, und dass dann traurig zum nächsten Thema übergegangen wird. Es können auch Projekte entstehen, die ganz konkret dazu beitragen, die Welt ein kleines Stückchen besser zu machen. Über unser Engagement berichtete auch der Sendlinger Anzeiger. Hier finden sie den Link zu dem Artikel.

Die Schüler waren jedenfalls mit Feuer und Flamme dabei, sich für den guten Zweck zu engagieren und haben eine Menge mehr gelernt, als zu diesem Themenkomplex im Lehrplan stand!

18.09.2017: Get into Rugby

Gleich zu Beginn des Schuljahres, am 18.9., fand an unserer Schule ein besonderes Projekt im Fach Sport in allen 5. Bis 7. Klassen statt: „Get into Rugby“.

Unter Anleitung von Ian Dawson (Landestrainer Bayern und Teammanager der deutschen U20 Nationalmannschaft) und Peter Smutna (Leiter der Ausbildungsakademie des Deutschen Rugby-Verbandes) fand ein Schnuppertraining in der Sportart Rugby statt.

Seit Jahren organisieren die Münchner Vereine (SV Studentenstadt, RCU und MRFC) Schnupperkurse an Schulen in der Region, um Kinder und Jugendliche für Rugby zu begeistern. "Wir bieten auch Fortbildungen für Lehrer an, damit im Sportunterricht Rugby gespielt werden kann", sagt Dawson. Diese Lehrgänge gehen vom Deutschen Rugby-Verband aus und werden auch vom Kultusministerium gefördert. Im Rahmen der Kampagne "Get Into Rugby" sollen Schüler frühzeitig an den Sport herangeführt werden. Zudem stellen die Vereine den Schulen Übungsleiter zur Verfügung.

Einer davon ist Ian Dawson. Er betreut seit diesem Jahr das Rugby- Wahlfach an unserer Schule. "Schulrugby kann bei Kindern einen Bewegungsdrang befriedigen und aufgestaute Aggressionen lösen", sagt er. In München nehmen aktuell zehn Schulen am Projekt teil. Der Trend zeigt steil nach oben. "Wir bekommen permanent Anfragen von neuen Schulen."

Dort wird zunächst - anders als in den Vereinen - körperlos gespielt, zumindest bis zur zehnten Jahrgangsstufe. Gedränge und Zusammenstöße sollen so verhindert werden. Das sei wichtig, "um Lehrern und Eltern die Angst zu nehmen". Die sei aber ohnehin unbegründet. Im Jugendbereich hat Ian Dawson bislang kaum gravierende Verletzungen erlebt, es bestehe keine höhere Verletzungsgefahr als in anderen Sportarten. Vielmehr könnten Kinder durch Rugby Teamwork lernen und es gehe sehr egalitär zu. "Jeder wird beim Rugby gebraucht, Erfolg kann man nur haben, wenn man zusammenarbeitet. Das sind wichtige Werte, die wir vermitteln wollen." Dass der Sport nur für grobschlächtige Kolosse geeignet ist, sei ein Irrtum. Ob groß, klein, dick oder dünn: Beim Rugby könne jeder Körpertyp Spaß haben und erfolgreich sein.

Ein besonderes Zuckerl gab es am Ende der Trainingseinheit: Die Trainer verteilten Freikarten für das am Freitag und Samstag (29. und 30. September) anstehende "Oktoberfest 7s", ein 7er- Rugbyturnier das u.a. mit den Olympiasiegern von Rio, den Fidschi-Inseln und den Zweit- und Drittplatzierten Großbritannien und Südafrika international sehr gut besetzt war. An diesem besagten Wochenende traf man, neben dem internationalen Publikum, nun auch auf zahlreiche Schüler und Schülerinnen, die sich für diese tolle Sportart begeistern konnten.

Übrigens: Turniersieger wurde Australien vor den Fidschi-Inseln! Das deutsche Team, das eher als Außenseiter gehandelt wurde, erreichte einen überraschenden achtbaren 5. Platz!!

Alle interessierten Schüler die noch Lust haben am Wahlkurs Rugby teilzunehmen, können gerne im Training mittwochs um 16.30 Uhr vorbeikommen oder sich bei Herrn Lange melden.

D. Lange

 

Den Link zum Artikel in der Süddeutschen Zeitung finden Sie hier.

19.09.2017: Besuch „Bayerisches Staatsministerium der Finanzen“

Am 19. September 2017 hatte die Klasse 10d die Möglichkeit mit den Lehrkräften Fr. Weiß und Hr. Liebetruth das bayerische Finanzministerium zu besuchen. Die Klasse musste sich selbstverständlich auf den Besuch vorbereiten. Dazu beantworteten wir in der Sozialkundestunde zuvor erst einmal die wichtigsten Fragen: Wer sitzt im Finanzministerium? Welche Aufgaben hat das Finanzministerium? Ebenso sollten wir uns auch Fragen überlegen, die wir den Mitarbeiten gerne stellen würden. Danach wussten alle, dass der Staatsminister Markus Söder ist und der Staatssekretär Albert Füracker. Dadurch war schon das Gröbste abgehakt. Nächster Punkt: Was machen die Leute dort überhaupt? Wie der Name schon sagt, kümmert sich das Finanzministerium um die Finanzpolitik, doch dies ist nicht die einzige Aufgabe. Ebenfalls ist es zuständig für den Staatshaushalt, das Kassen- und Rechnungswesen, aber auch für den öffentlichen Dienst. Zum Schluss besprach Fr. Weiß im Vorfeld noch die notwendigen Kleidungs- und Verhaltensregeln und informierte die Klasse über die Sicherheitskontrolle in der Staatskanzlei, die im Anschluss auch noch besichtigt werden sollte.

Die Klasse traf sich am Besuchstag nach der ersten Stunde, um gemeinsam mit den zwei Lehrern mit der U-Bahn zum Finanzministerium zu fahren. Dort wurde man zuerst einmal herzlich in einem Konferenzzimmer mit Brezen, belegten Broten und Getränken begrüßt. Ebenso fanden wir auf unseren Plätzen einen Organisationsplan des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen, eine Zeittafel der Residenz München und noch einige andere Broschüren. Schon folgte der erste Tagesordnungspunkt: Hr. Keller, der im Referat 27 für zentrale und innere Dienste arbeitet, informierte über alles, was wir noch nicht zum Thema Finanzministerium wussten und erklärte uns die Gruppenarbeit, die wir anschließend erledigen sollten. Ein Teil unserer Klasse sollte sich aus Zeitungsartikeln Angelegenheiten heraussuchen, die das Finanzministerium betreffen und überlegen, welches Referat dafür zuständig ist. Der andere Teil bekam auch Zeitungsartikel und musste sagen, welche Abteilung im Ministerium diese betreffen. Am Ende sollten drei Schüler/innen aus jeder Gruppe die erarbeiteten Lösungen vor allen präsentieren. Danach bekamen wir durch die Führung von Herr Keller und Frau Oertel einen Einblick in das Finanzministerium. Ziemlich erstaunt waren alle im Büro des Staatsministers Söder, da dort an einer Wand sehr viele Bilder von seiner Familie zu sehen waren. In einem der vielen Konferenzräume hieß es dann: Fragen stellen. Jeder durfte fragen, was ihm oder ihr auf dem Herzen lag. Als alles geklärt war, ging es zurück zum Konferenzzimmer und der nächste Punkt auf der Tagesordnung stand an, denn die Klasse sollte selbstverständlich auch etwas über die Geschichte des Ministerium hören. Nach dem Vortrag gab Frau Oertel von der Bundeszentrale für politische Bildung uns Hintergrundinformationen zum politischen System in Bayern. Um den ganzen Tag noch etwas spannender zu gestalten, gab es anschließend ein Spiel zum Thema „Steuerstandort Deutschland“, bei dem es hieß: Tischreihe gegen Tischreihe. Die zwei Klassenhälften durften ihr Wissen über alles, was mit dem Ministerium der Finanzen zu tun hatte preisgeben. Die Gewinner bekamen als Preis die Gummibärchenbox zuerst. Wie sollte es auch anders sein - das Battle blieb bis zum Ende spannend und letztendlich war der Punktestand der Gruppen gleich. Dann ging es weiter mit der Mittagspause, worauf wir uns sehr freuten. Die Cafeteria des Ministeriums bot für jeden eine warme Mahlzeit und wir erfuhren, dass Studenten der LMU hier auch gerne vorbeischauen. Nach dem herzhaften Essen ging es ein letztes Mal in das Konferenzzimmer, um den Vortrag über das poltische System in Bayern zu beenden. Zum Schluss besuchten wir noch die Staatskanzlei und durften während der Führung auch in den Presseraum, in dem sich drei Schüler an die Rednerpulte stellen und ein paar Fragen zum Ablauf einer Pressekonferenz beantworten durften. Da der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer im Haus anwesend war, konnte ein Teil der Staatskanzlei leider nicht besichtigt werden. Stattdessen ging es zum Abschluss in den Kuppelsaal der Staatskanzlei.

Der Besuch endete gegen vier Uhr und nach einem langen, aber sehr aufschlussreichen Tag fuhren die Klasse 10d und die zwei Lehrer zurück zum Schulgebäude. Alle waren sich einig, dass es eine angenehme Abwechslung zum gewöhnlichen Unterricht war. Vielen Dank an Fr. Weiß.

27.09.2017: Workshop zur Reduktion von Lebensmittelabfällen

Einen Joghurt, der nur noch einen Tag „haltbar“ ist, den kauft im Supermarkt wohl keiner. Kaum Gedanken macht man sich jedoch darüber, was mit all diesen Lebensmitteln passiert, die aus dem Regal genommen werden. Viele davon landen einfach im Müll. Dabei handelt es sich in vielen Fällen, wie beim Beispiel unseres Joghurts keineswegs um ein „Verfallsdatum“, sondern vielmehr um ein Mindesthaltbarkeitsdatum. Ist dieses überschritten, sind Produkte teilweise noch Wochen darüber hinaus genießbar. Natürlich kann man das nicht auf alle Produkte übertragen, bei einigen ist es jedoch der Fall. Dies ist nur ein Beispiel für die 20 Millionen Tonnen Lebensmittelabfall, die allein in Deutschland jedes Jahr anfallen. Pro Kopf entspricht dies 82 kg pro Jahr, wovon jedoch eigentlich 54 kg vermeidbar wären. Diese Thematik war Inhalt der Workshops des Ernährungsinstituts Kinderleicht e.V. mit dem Titel „Reduktion von Lebensmittelabfällen“, an denen alle Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen des Gymnasiums Fürstenried teilnahmen. Zunächst wurde ein Überblick über die Faktenlage in Form eines Inputs gegeben, der das Ausmaß des teilweise verschwenderischen Umgangs mit Lebensmitteln in hochentwickelten Industrienationen wie Deutschland deutlich machte.

26 % des Lebensmittelabfalls entfällt auf Gemüse, 18 % auf Obst und 15 % auf Backwaren. Unterschieden wird zwischen vermeidbaren (z.B. abgelaufenes Mindesthaltbarkeitsdatum, Grillgut, das aufgrund eines abgesagten Grillabends einfach im Müll entsorgt wird), teilweise vermeidbaren (z.B. Brotrinde, Schale eines geschälten Apfels, in Mensa zurückgegebenes Essen) und nicht vermeidbaren Lebensmittelabfällen (z.B. Kaffeesatz, Bananenschale). Alle sind in den oben aufgeführten 82 kg/ Kopf enthalten. 61 % der Abfälle verursacht der Verbraucher, sodass jeder persönlich seinen Beitrag zur Reduktion der Problematik beitragen kann. Die Gründe für das Wegwerfen sind vielseitig. Verluste treten auch in Industrie und Handel auf.

Ebenfalls interessant ist das Beispiel, wieviel Kilogramm Kartoffeln ausgehend von 100 kg durchschnittlich im Magen ankommen: 20 % Verlust erfolgt bereits in der Landwirtschaft. Einige Kartoffeln werden z.B. durch unpassende Form gleich aussortiert. 9 % Verlust treten bei der Lagerung auf. Die Verpackung der Kartoffeln führt zu weiteren 15 % Verlust und im Vertrieb werden 7 % Verluste erlitten. Durch Austreiben der Kartoffeln in den Vorratskammern der Küchen der Endverbraucher werden erneut 17 % entsorgt. So kommen am Ende in den Mägen der Nation lediglich 32 % der zunächst produzierten 100 % Kartoffeln an.

Der Lebensmittelabfall ist auch in Kosten darstellbar. Durchschnittlich wirft ein 4 Personen Haushalt pro Jahr Lebensmittel im Wert von 940 € in den Müll… nicht nur aus ökologischer sondern auch aus ökonomischer Sicht ein Wert, den es sich zu reduzieren lohnt.

Im Anschluss wurde ein Ausschnitt des Films „Taste the Waste“ gezeigt, ein deutscher Dokumentarfilm von Valentin Thurn , der die zuvor behandelte Thematik noch einmal durch Bilder untermalte.

 In einer Gruppenarbeitsphase bearbeiteten die Schülerinnen und Schüler im Anschluss unterschiedliche Aufgaben, wie beispielsweise die Entwicklung von Strategien zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen, die Erstellung von möglichen Rezepten mit vorgegebenen, verfügbaren Lebensmitteln oder die Beurteilung von Lebensmitteln hinsichtlich einer potentiellen Weiterverwertung. Dabei wurde beispielsweise überprüft, ob eine angebrochene Nudelpackung oder ein Joghurt, der das Mindesthaltbarkeitsdatum um einen Tag überschritten hat tatsächlich entsorgt werden muss. Schimmliges Brot gleichwohl sollte tatsächlich vollständig in den Müll geworfen werden.

In einer abschließenden Runde wurden die auf Plakaten dokumentierten Ergebnisse von den verschiedenen Gruppen im Plenum präsentiert. Am Ende war ein wichtiges Thema, über dessen Ausmaß man sich normalerweise nicht allzu viele Gedanken macht, deutlich mehr in das Bewusstsein der Köpfe gerückt. Ermöglicht wurde das Projekt durch einen Zuschuss des Fördervereins, bei dem wir uns an dieser Stelle ausdrücklich bedanken wollen.

Martin Steinböck für die Fachschaft Biologie

01.12.2017: Exkursion zur Veranstaltung „Unser Immunsystem“

Am 01.Dezember besuchten alle Schülerinnen und Schüler unseres Gymnasiums das Dr. von Hauner’sche Kinderklinikum, um dort an der Schulveranstaltung „Unser Immunsystem“ teilzunehmen. Während das Krankenhaus bei einigen unangenehme Erinnerungen hervorrief, als sie zuletzt als Patienten vor Ort waren, erwartete die Teilnehmer diesmal ein Perspektivenwechsel, in Folge dessen sich die Schülerinnen und Schüler in einem Vorlesungssaal wiederfanden, in dem sonst zukünftige Ärzte geschult werden. Die Vorträge erfolgten alle durch praktizierende Ärzte, die aus ihrem Alltag in der Kinderklinik berichteten und sich viel Zeit zur Beantwortung aller Fragen nahmen. Die gegebenen Informationen wurden alle noch an konkreten Fallbeispielen belegt, die die Veranstaltung sehr anschaulich gestalteten.

Nach einer kurzen Einführung über die Funktionsweise des Immunsystems allgemein wurde eine Vorlesung zur Behandlung von Immundefekten durch Knochenmarkstransplantation gehalten. Das Knochenmark spielt als Ort der Blutbildung eine zentrale Rolle für das Immunsystem aller Menschen. Aus den dort befindlichen Stammzellen werden neue Blutzellen gebildet. Bei einer Transplantation wird dabei das komplette blutbildende System ausgetauscht, so dass Patienten danach unter Umständen auch eine andere Blutgruppe besitzen. Einsatz findet die Knochenmarkstransplantation bei Blutkrebs, angeborenen Immundefekten oder auch bei anderen Krankheiten wie beispielsweise Sichelzellanämie. Da die Transplantationsmedizin immer größere Fortschritte verbuchen kann, werden immer mehr Krankheiten durch Knochenmarkstransplantation behandelt. Wichtig ist es dabei, einen geeigneten Spender zu finden, der in den entscheidenden Merkmalen mit dem Empfänger übereinstimmt. Besonders eignen sich dazu meist Geschwisterkinder, andere Familienmitglieder, oder ansonsten passende Fremdspender, nach denen weltweit in Datenbanken gesucht wird. Nicht selten kommen die Knochenmarksspenden aus den USA zu uns.
Im Rahmen der Behandlung wird zunächst das kranke Knochenmark durch Chemotherapie zerstört, anschließend werden die Stammzellen vom Spender per Infusion eingeleitet (sie finden von selbst den Weg ins Knochenmark) und man muss auf das Anwachsen der Stammzellen warten. Während dieser Phase ist der Patient äußerst anfällig für Infektionen und wird vor äußeren Einflüssen geschützt. Ein einfacher Schnupfen könnte dabei für den Patienten tödlich enden.
Neben der extremen Infektanfälligkeit direkt nach der Knochenmarkstransplantation stellt ein weiteres Problem die Graft-versus Host Desease (GVHD) dar, die durch Immunzellen des Spenders ausgelöst wird und akut oder chronisch verlaufen kann. Unter anderem kann sie sich in einem extrem roten, stark juckenden Hautausschlag äußern. Auch kann eine Abstoßung des Knochenmarks oder ein Rückfall der eigentlichen Krankheit, wie bspw. Leukämie auftreten. Ein Fallbeispiel eines Jungen mit Wiskott-Aldrich-Syndrom, einer seltenen Krankheit, die sich in Blutplättchenarmut und zunehmend stark juckendem Hautausschlag äußerte, der nach Knochenmarkstransplantation geheilt war, bildet den Abschluss des Vortrags. Interessante Fragen der Schülerinnen und Schüler, wie beispielsweise, ob der eingeschränkte Körperkontakt der Kinder direkt nach der Knochenmarkstransplantation langfristige Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder hat, wie hoch die Sterblichkeitsrate bei den Transplantationen ist oder wie Ärzte im Falle des Todes eines Patienten klarkommen wurden noch ausführlich beantwortet.

In einem weiteren Vortrag wurde noch ein Überblick über verschiedene Immundefekte gegeben, sowie Warnzeichen thematisiert, die auf eine Immunschwächekrankheit hindeuten. Zu nennen sind dabei immer wiederkehrende Erkrankungen, ungewöhnlich heftig verlaufende Krankheiten, generell erhöhte Infektanfälligkeit oder auch Antibiotika-Therapien, die über 2 Monaten erfolglos bleiben. Auch eine auffällige Familienanamnese ist oft ein Hinweis auf eine derartige Erkrankung. Insgesamt gibt es in Deutschland ca. 4000 Patienten, die Dunkelziffer wird mit 100000 jedoch deutlich höher eingeschätzt. Auch nach diesem Vortrag wurden mehrere Fallbeispiele besprochen.

Den Abschluss bildete ein Film, der in einem anschaulichen Comic noch einmal die Aufgabe des Immunsystems zusammenfasste.

Nach über drei Stunden im Vorlesungssaal ging es mit rauchenden Köpfen wieder zurück zur Schule.

Martin Steinböck