Analog statt Digital: Briefaustausch mit einer italienischen Schule

In den vergangenen Monaten haben unsere Schülerinnen und Schüler der Klasse 8D an einem besonderen Projekt teilgenommen: Einem klassischen Briefwechsel mit der italienischen Schule G.Marconi – scuola secondaria di primo grado in Cuveglio. In Zeiten von E-Mails und Messengern setzten wir bewusst auf das Medium Papier, um den kulturellen Austausch persönlicher und greifbarer zu gestalten.

Obwohl die Jugendlichen erst im September mit der neuen Fremdsprache gestartet sind, konnten sie schnell kurze Texte zu Themen wie Familie, aktuelle Feste und Schule schreiben.

Die Vorgaben für die Gestaltung der Briefe waren bewusst offengehalten. Die Schülerinnen und Schüler nutzten klassisches Briefpapier, buntes Papier oder auch Papier aus dem College-Block und verzierten ihre Schreiben oft individuell mit Zeichnungen. Diese kreative Komponente machte jeden Brief zu einem persönlichen Dokument, das weit über eine rein funktionale Nachricht hinausging.

Der Austausch war in drei thematische Phasen unterteilt. Im ersten Schritt ging es um das gegenseitige Kennenlernen und die Beschreibung des eigenen Alltags. Im zweiten Brief tauschten die Jugendlichen Ideen und Traditionen rund um das Weihnachtsfest aus. Und den Abschluss bildete die Korrespondenz zum Frühlingsbeginn und den Osterbräuchen in beiden Ländern. Eventuell schaffen wir es noch einen weiteren Brief zu versenden. Durch den langen Postweg, versetzte Ferien, Unterricht und vor allem den früheren Schuljahresschluss in Italien ist dies aber noch nicht ganz absehbar.

Eine Herausforderung und zugleich die Besonderheit des Briefaustausches waren vor allem die langen Postwege. Die Schülerinnen und Schüler mussten oft mehrere Wochen auf eine Rückmeldung warten. Diese Wartezeit steigerte jedoch die Vorfreude und führte zu einer bewussteren Auseinandersetzung mit den Inhalten der Partnerklasse. Um die Briefe eventuell früher zu beantworten, scannten die jeweiligen Lehrkräfte die Briefe auch ein und stellten sie der anderen Lehrkraft schnell zur Verfügung.

Der Austausch hat gezeigt, dass die analoge Korrespondenz trotz des höheren Zeitaufwands einen hohen Stellenwert genießt. Neben der sprachlichen Anwendung stand vor allem der persönliche Bezug zu den italienischen Partnern im Vordergrund.

Text: Eva Sussick

Bilder: Gymnasium Fürstenried, SDG-Icons