Vom 23. bis 25. Februar 2026 trafen sich die Koordinatorinnen und Koordinatoren der 36 bayerischen UNESCO-Schulen in Dillingen an der Donau.
Vor ziemlich genau zwei Jahren wurde das Gymnasium Fürstenried in das Netzwerk der UNESCO-Projekt-Schulen (kurz: UPS) aufgenommen. Das bedeutet jedoch noch nicht, dass wir uns bereits als solche bezeichnen dürfen. Stattdessen zeigt eine Schule über mehrere Jahre hinweg, dass ihr die Werte der UNESCO-Schulen, wie z.B. Demokratie- und Menschenrechtsbildung oder das Engagement für die 17 Nachhaltigkeitsziele (vgl. Erläuterung am Ende dieses Artikels) wirklich wichtig sind und dass diese auch im Schulalltag gelebt und umgesetzt werden.
Auf den jährlich stattfindenden dreitägigen Treffen der 36 bayerischen UNESCO-Schulen in Dilllingen an der Donau haben die Koordinatoren und Koordinatorinnen die Möglichkeit, ihr Wissen über die UNESCO in zahlreichen Vorträgen zu vertiefen, sich untereinander auszutauschen und – vor allem – zu inspirieren. Besonders bereichernd ist dabei der Blick über den eigenen Tellerrand: Der Austausch mit Lehrkräften anderer Schularten und aus den unterschiedlichsten Ecken Bayerns erweitert die Perspektive auf die eigene Arbeit erheblich. Je nach Schulart, Schulgröße, regionalen Ausgangsbedingungen und verfügbaren Ressourcen führt jede Schule ihre UNESCO-Arbeit ganz individuell aus und das ist auch so gewollt. Gleichzeitig bestärkt uns der Austausch jedes Mal darin, dass wir uns am Bunker bereits auf einem sehr guten Weg in der UNESCO-Arbeit befinden.
Im Mittelpunkt des Netzwerks steht aktuell das Thema „Erbe.Vielfalt.Zukunft.“ Was zunächst abstrakt klingen mag, erweist sich bei näherer Betrachtung als äußerst vielseitig. In einem der Vorträge zum immateriellen Kulturgut von Dr. Helmut Groschwitz ging es beispielsweise um die Bewahrung von Traditionen – aber auch darum, anzuerkennen, dass sich diese im Laufe der Zeit verändern dürfen. Gleichzeitig wurde uns bewusst, dass auch wir an unserer Schule immaterielle Kulturgüter pflegen und weitergeben. Am „Bunker“ gehören dazu beispielsweise das Erzählen von Märchen, das Spielen von Brettspielen (in der Stillen Pause oder der Spielepause), das Singen im Chor, das Bierbrauen sowie die Brotbackkunst im Rahmen der „BunkerBrotzeit“ bzw. des „Gesunden Frühstücks“. All diese Traditionen stehen auf der Liste des immateriellen Kulturerbes in Deutschland. Die UNESCO schützt also nicht nur Bauwerke globaler Einmaligkeit wie das Schloss Neuschwanstein oder einzigartige Naturräume wie das Wattenmeer, sondern auch lebendige Traditionen mit dem damit verbundenen Wissen, welche für eine Region identitätsstiftend sind und meist ganz selbstverständlich und implizit von Generation zu Generation weitergegeben werden.

Seit unserer Aufnahme in das Programm der UNESCO-Schulen arbeiten wir am Gymnasium Fürstenried vorrangig daran, uns den 17 Nachhaltigkeitszielen anzunähern und damit die Werte der UNESCO umzusetzen. Deshalb durften wir uns nun für die zweite Stufe im Netzwerk – die „mitarbeitende Schule“ – bewerben. In diesem Zusammenhang erwarten wir den Schulbesuch der Landeskoordinatorin Verena Kuich. Wir hoffen sehr, dass wir erneut überzeugen können und uns bald offiziell „UPS“ nennen dürfen. Das offizielle Logo erhalten wir allerdings erst mit Erreichen der letzten Stufe, nämlich als „anerkannte Schule“. Bis dahin bleiben wir geduldig – und freuen uns darüber, dass dieser Weg kein Sprint ist, sondern ein Marathon, den wir Schritt für Schritt gemeinsam gehen.
Erläuterung zu den UNESCO-Schulen im Allgemeinen:
Das Netzwerk der UNESCO-Projektschulen in Deutschland steht für vielfältige und hochwertige Bildungsarbeit. Es orientiert sich unter anderem am UNESCO-Programm „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) und dessen Folgeprogramm „Education for Sustainable Development: Towards achieving the SDGs (ESD for 2030)”. Zudem berücksichtigt es wichtige Empfehlungen der Kultusministerkonferenz (KMK) und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit, etwa zur Globalen Entwicklung, zur Demokratiebildung und zur Menschenrechtsbildung (vgl. Qualitätspapier des Netzwerks der UNESCO-Projektschulen).
Text: Sarah Teubel
Fotos Gymnasium Fürstenried, 17Ziele-Icons

