Lange Nacht der Demokratie

Dass Demokratie die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von allen anderen – ist, wusste schon Winston Churchill. Was aber macht Demokratie aus, sieht man von den in einem gewissen Turnus stattfindenden Wahlen ab? Um das herauszufinden und sich mit den vielseitigen Facetten eines demokratischen Staatswesens zu befassen, besuchten 14 Schüler*innen der Q12 mit Herrn Reichhart die Lange Nacht der Demokratie. Diese fand 2021 erstmals in mehreren Städten zentriert statt, in München im Werksviertel nahe dem Ostbahnhof. Wenn Jugendliche nach den vielen Einschränkungen der Coronapandemie den Samstagabend opfern, um sich mit Politik zu beschäftigen, darf man das keinesfalls als Selbstverständlichkeit bezeichnen – und entsprechend waren auch die Erwartungen an die Veranstaltung, die freilich leider nur zum Teil erfüllt wurden.

Dabei war die Idee durchaus attraktiv: in den 27 großen Kabinen des Riesenrades UMADUM wurden Workshops präsentiert und kritische Gespräche ermöglicht: Ein Begegnungsort der Demokratie, das war es fürwahr.

In der Umsetzung zeigten sich aber kleinere Schwächen. So war die hohe Zahl an Interessierten zwar erfreulich, sorgte aber auch für eine lange Wartezeit – circa 30 Minuten – vor dem Betreten der Gondeln. Damit einher ging unweigerlich, dass man besagten Gondeln – in Vierer- oder Fünfergruppen – zugelost wurde. Eine thematische Auswahl war demgemäß nicht möglich, es war vom Zufall abhängig, ob man in die Vorstellung des Bezirksausschusses, in eine Diskussion über Extremismus oder in die Rolle der EU für das Leben der Deutschen einstieg. Diese Art der didaktischen Aufbereitung war sicherlich interessant und mit dem Ziel versehen, der Programmatik den Reiz des Unbekannten zu verleihen – für eine gute Umsetzung wäre aber eine vergleichbare Qualität der Gondeln notwendig gewesen; und hier zeigten sich doch Schwächen. Während einige Schüler*innen durchweg anspruchsvolle Themen bekamen, wurden andere arg enttäuscht. Rechnet man das erneute 30minütige Anstehen mit dazu, wurde dadurch sozusagen ein oft beklagter Nachteil der Demokratie offenbar: Es klappt nicht immer, wie es eigentlich sollte. Aber um noch einmal zu Winston Churchill zurückzukommen: Weiß jemand eine bessere Alternative?

Stephan Reichhart

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