Ethik

„Meine Philosophie muss in mir selbst, und nicht im Verstand anderer gegründet sein.“ (Immanuel Kant)

Die Anregung zum eigenen Denken – dies ist die wichtigstes Maxime und Leitlinie des Ethikunterrichtes. Nur hierdurch können die Schülerinnen und Schüler schrittweise zu eigenen Werturteilen und Handlungsentscheidungen gelangen, die in der pluralistischen Welt der Moderne umso wichtiger sind.

Hierbei ist die Freiheit, die eigene Meinung äußern zu dürfen, Grundvoraussetzung eines guten Ethikunterrichts. Ethik sammelt Meinungen, sie beschreibt die verschiedenen Phänomene der Moral in verschiedenen Kulturen, sie ist also deskriptiv tätig.

Ethik nimmt aber auch Stellung. Dank ihres normativen Charakters unterwirft sie Manifestationen des Verhaltens einer kritischen Prüfung und sucht nach Formen und Prinzipien des „richtigen“ und „guten“ Verhaltens. Der Ethik den Vorwurf der Indifferenz und Beliebigkeit zu machen, ist also absurd. Ethik sucht nach festen Standpunkten, kann diese auch entschieden vertreten und versucht, die nötige Tiefe im Denken und Abstraktionskompetenz zu trainieren. Wenn darin von Vornherein alles Wissen als gleich(-)gültig und damit im sokratischen Sinne zum Nichtwissen erklärt würde, wäre der Ethikunterricht nicht nur langweilig, sondern auch bedenklich.

Der Ethikunterricht unterstützt in diesem Sinne die jungen Menschen in ihrer Suche nach moralischer Orientierung und Verantwortung in der Welt, indem Entwürfe und Theorien vorgestellt werden, die aus einer langen Entwicklung philosophischen Denkens und wissenschaftlichen Forschens hervorgegangen sind. Orientierungshilfen sind dabei nicht die Aussagen irgendwelcher Gurus oder „Seher“, sondern die Würde und die Rechte des Menschen und Werte wie Gerechtigkeit, Menschlichkeit, Toleranz.

Ethik ist ein auf Interdisziplinarität angelegtes Fach, das sich mit Aussagen und Erkenntnissen aus Philosophie, Psychologie, Soziologie und den Naturwissenschaften beschäftigt.

Das Fach Ethik wird alternativ zur Katholischen und zur Evangelischen Religionslehre angeboten. Ein Wechsel vom Religions- in den Ethikunterricht ist auf Antrag der Eltern in der Regel nur zum Anfang eines Schuljahres möglich. Wenn eine Schülerin oder ein Schüler nach der 10. Klasse zu Ethik wechselt, muss sie oder er eine Feststellungsprüfung über den Stoff der 10. Klasse ablegen, um die Berechtigung zu erhalten, Ethik als Abiturfach zu wählen.

Unterrichtsinhalte

Situationen und Probleme aus dem unmittelbaren Erfahrungsbereich der Schüler im Schul- und Lebensalltag werden im Ethikunterricht thematisiert. Dazu bespricht und prüft die Klasse Handlungsalternativen und entwickelt gemeinsam Vorschläge zum rationalen Umgang mit Problemen und Konflikten, wobei die Schüler auch aufgefordert werden, sich in die Position der einzelnen Personen eines Fallbeispiels zu versetzen und aus den verschiedenen Perspektiven heraus zu argumentieren.

Folgende Schwerpunkte charakterisieren in unterschiedlicher Gewichtung und Verknüpfung alle Jahrgangsstufen:

  • Menschsein
  • Zusammenleben
  • Religion und Kultur
  • Die moderne Welt

Damit einher gehen die prozessbezogenen Kompetenzen, die in Ethik gefördert werden und sich in die vier Bereiche erkennen und verstehen, überlegen und urteilen, einfühlen und Anteil nehmen und ethisch handeln und kommunizieren gliedern.

Anhand von Informationen über Weltanschauungen und Religionen erweitern, überprüfen und festigen die Schüler ihr eigenes Welt- und Menschenbild. Dies ermöglicht eine vertiefte Behandlung von grundlegenden Fragen menschlicher Existenz, wie den Fragen nach dem Sinn des Lebens, nach Freiheit, Gerechtigkeit und Glück. Dabei stützt sich der Ethikunterricht auch auf Aussagen anderer wissenschaftlicher Disziplinen wie z.B. der Anthropologie, der Psychologie, der Philosophie, der Theologie, der Biologie und Soziologie und stellt damit die Fragen nach dem Menschen und seinem Leben im Sinne eines ganzheitlichen Verständnisses. Die Lektüre geeigneter Texte wichtiger Autoren regt zur Auseinandersetzung mit deren ethischen Aussagen über die Bedingungen eines moralisch verantwortbaren Lebens an und dient der Vertiefung und kritischen Prüfung jener Aussagen und nicht zuletzt der Sprachkompetenz im ethischen Argumentieren.

Verwendete Lehrwerke

5. – 10. Jahrgangsstufe: Abenteuer Ethik (C.C.Buchner)
11. – 12. Jahrgangsstufe: ethikos (Oldenbourg)

Links zum Lehrplan Ethik

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