Von Menschen und Tieren

Am 5. März machte das Profilfach Theater (Q11/12) die Aula des Bunkers wieder zur Bühne. Zur Aufführung kamen vier Einzelstücke aus der Feder des diesjährigen P-Seminars „Theater schreiben“. Unter der Mottoline „Scheiße, mein Eistee“ wurden Geschichten von philosophierenden Müllmännern, verschrobenen Pärchen und verworrenen Situationen des Lebens dargebracht – und alle vier Stücke zeichneten einen sehr individuellen Blick auf das menschliche Miteinander, das nur allzu oft Parallelen zu tierischen Eigenschaften offenbart. Und so verschwammen an diesem Abend die Grenzen zwischen Mensch und Tier. Verbunden wurden die einzelnen Teile durch Videosequenzen und kurze „menschliche“ Anekdoten aus dem Tierreich – wie über treue Fernbeziehungen bei Albatrossen, das präpotente und zugleich oberflächliche Flirtverhalten der Blaufußtölpel oder diverse Angebereien und Lügen im Affenreich.

So hatte auch der junggebliebene und offensive Dieter im Eröffnungsstück „Doppelleben“ trotz einer Verlobten auch Augen für andere Frauen und führte seine Balzrituale durchaus erfolgreich vor. Der Versuch des Anbandelns klappte lange – bis das Lügennetz des Casanovas am Ende auf die Probe gestellt wurde und kurz vorm Zerreißen stand. Von Lügen und Halbwahrheiten handelte auch „Mord ohne Leiche“, in dem ein Mann zwar einen Mord gestanden hat – allerdings weder konkrete Motive noch eine Leiche zu finden waren. Voll Absurdität und Groteske versuchte der Mann die Welt von seiner Version zu überzeugen, bis er am Ende in seiner Lüge selbst entblößt worden ist – und als letzten Ausweg nun selbst in eine Lüge gezwungen wurde. Mit den Schattenseiten der Liebe beschäftigte sich „Wie viel Glück passt in eine Tüte“. Der Protagonist Adam versuchte seine melancholisch-depressive Angebetete Helene – trotz Warnungen seitens seines Freundes – vom „wunderschönen“ Leben und den Freuden daran zu überzeugen. Aber kann es die Liebe schaffen, alle Wunden zu heilen? Den Abschluss bildete die kleine Groteske „Den Tag nicht vor dem Abend loben“. Müllmänner haben kein leichtes Leben, vor allem, wenn die eigene Frau auch der Chef im Betrieb ist. Und so wies der heimische Kampf ums Toilettenpapier eine weit größere Dimension auf, als zuerst gedacht.

So blieb es durch die Abfolge der sehr individuellen Stücke ein schnelllebiger Abend, der sowohl Schauspielern als auch Schriftstellern eine Bühne gab, Kreativität und künstlerischen Drang auszuleben. Ein tatkräftiger Applaus entließ die Akteure in die Nacht und zeigt zugleich, dass sich die Mühen gelohnt haben. Eine zweite Aufführung musste leider aufgrund der aktuellen Vorsichtsmaßnahmen abgesagt werden.

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