Woran starb der Steinzeitmensch?

Und was hat die Bronzezeit mit Recycling zu tun?

Was anmutet wie ein Kriminalfall war tatsächlich eine Frage, die im Rahmen der Workshops, welche der Archäologe M.A. Bernhard Bischler Ende Oktober mit den Schülerinnen und Schüler der 6. Jahrgangsstufe durchführte, anschaulich beantwortet wurde. Ausgehend von der Schilderung des abwechslungsreichen Tätigkeitsfeldes Archäologie, über welches Bischler aus eigener langjähriger Erfahrung berichtete, nahm der erfahrene Museumspädagoge die Schülerinnen und Schüler mit auf eine Reise in die Geschichte der Menschheit. Die Bedeutung von Sachquellen veranschaulichte er am Beispiel von eigenen Originalfunden aus der Steinzeit, wie etwa eines Fellschabers zum Gerben von Leder und eines Axtkopfes aus Serpentin. Neben den eindrucksvollen Ausführungen und der Präsentation der Fundstücke staunten die Kinder insbesondere bei der praktischen Erprobung eines Messers aus Feuerstein, mit welchem ein Stück Leder mühelos durchtrennt werden konnte.

Spannend wurde es auch bei der Beantwortung der Frage aus der Überschrift. Die Lösung des Rätsels um einen über 7.000 Jahre alten, nahezu komplett abgeschliffenen Zahn eines etwa 40 Jahre alten Menschen konnte erst nach Betrachtung der Lebensweise in der Jungsteinzeit gefunden werden: Er hat wohl zu viel Brot gegessen! (Die ganze Auflösung gibt es ganz unten). Die Vorteile metallischer Werkzeuge aus Kupfer sollten zum Thema Bronzezeit führen, wie der Archäologe am Beispiel eines sehr gut erhaltenen aber zerbrochenen Axtkopfes aus Serpentin aufzeigte. Metallische Axtköpfe konnten zwar auch zerbrechen und mussten mühsam hergestellt werden, hatten jedoch den Vorteil, dass sie wieder eingeschmolzen und wiederverwendet werden konnten. Ein Recyclingvorgang also, wie wir ihn heute auch noch kennen. Am Ende der Stunde sprang der Funke für die Archäologie dann final über, als Herr Bischler mit Hilfe von Feuerstein, Zunder und Pyrit live Feuer machte.

Antwort auf das Rätsel: Durch das Brotessen hatten sich über die Jahre die Zähne derart abgeschliffen, dass sie dem Mann ausfielen. Ursache war dabei nicht das Getreide, sondern der Steinstaub, der beim Mahlvorgang zwischen zwei Steinen entstand und wie ganz feines Schleifpapier über die Zeit die Zähne kaputt machte. Wo der Zahn ausgefallen war, bildete sich beim Steinzeitmann eine Entzündung, an der er letztendlich starb.

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