Workshops zur Reduktion der Lebensmittelabfälle

Während die Delegierten der UN in Glasgow an der Weltklimakonferenz berieten, mit welchen Zielen die klimarelevanten Emissionen verringert werden können, fanden am Gymnasium Fürstenried die Workshops zur Reduktion der Lebensmittelabfälle statt. Wo ist der Zusammenhang? Ca. 7% aller weltweiten Kohlenstoffdioxid-Emissionen lassen sich allein auf das Anfallen von Lebensmittelabfällen zurückführen. Einen Beitrag zur Reduktion zu leisten ist also auch ein Beitrag zum Klimaschutz. Genau um diese Thematik ging es in den bereits zum wiederholten Male an unserer Schule stattfindenden Workshops. Alle 10. Klassen nahmen an der von Fr. Helleberg vom Ernährungsinstitut kinderleicht.ev durchgeführten Veranstaltung im Klassenverband teil. Im Rahmen der Veranstaltung gab es zu Beginn im Plenum Input zur weltweit relevanten Thematik, sowie interessante Fakten und Zahlen.

So werden weltweit ca. 30% aller produzierten Nahrungsmittel wieder vernichtet. Allein in Deutschland landen rund 12 Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr auf dem Müll. Dies entspricht pro Person ca. 75kg. 86% davon wären vermeidbar! In erster Linie betroffen sind Obst und Gemüse, Backwaren und Speisereste.

Dabei sind insbesondere die vermeidbaren Lebensmittelabfälle entscheidend: Dazu zählen bspw. Joghurt oder Käse mit überschrittenem Mindesthaltbarkeitsdatum, das jedoch nur garantiert, bis zu welchem Datum die Eigenschaften des Lebensmittels wie Geruch, Geschmack oder Farbe garantiert werden können. Dies bedeutet jedoch nicht, dass es nicht teilweise auch Wochen danach noch verzehrt werden kann. Anders verhält es sich jedoch beim Verbrauchsdatum („zu verbrauchen bis…“), das in jedem Fall eingehalten werden muss, um gesundheitliche Risiken zu vermeiden.

Wo entstehen Lebensmittelabfälle im Rahmen der Wertschöpfungskette?

Sie beginnen bereits im Rahmen der landwirtschaftlichen Produktion. Dabei werden bspw. Früchte, die nicht der Norm entsprechen, wie bspw. krumme Gurken gar nicht erst geerntet. Auch durch schlechte Lagerung kann es bereits hier zu Verlusten kommen, wie bei einer Unterbrechung der Kühlkette. Verarbeitung und Vertrieb folgt, wobei auch hier Verluste auftreten können. Der Handel ist eine weitere Station, bei der Abfälle entstehen. Beispiele sind Sortimentsumstellungen, Verpackungsänderungen oder auch die saisonale Nachfrage wie etwa bei Weihnachts- oder Osterartikeln, die nach den Festen nicht mehr gefragt sind. Doch auch das tägliche Angebot, frischen Obstes oder Gemüses trägt zur Verschwendung bei. Dennoch – insgesamt betragen die Verluste all dieser Glieder der Wertschöpfungskette lediglich 48 % der gesamten Verluste. 52 % gehen auf direkt beim Verbraucher entstehende Abfälle zurück – z.B. durch mangelnde Einkaufsplanung, schlechte Lagerung, Wegwerfen beim Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums oder die individuelle Freizeitgestaltung. Jeder kann also selbst einen nicht unerheblichen Beitrag leisten. Strategien zur Vermeidung gibt es mannigfach, wie etwa die korrekte Lagerung im Kühlschrank, das Anbringen einer Erinnerungstafel in der Küche, gezieltes Einkaufen mit Einkaufsliste oder das Teilen großer Portionen im Restaurant mit Freunden – zumindest außerhalb der Corona-Pandemie. Die Erarbeitung einiger Strategien stand auch im Fokus der im zweiten Teil der Veranstaltung anstehenden Gruppenarbeit.

Dazwischen wurde noch ein Ausschnitt des Films „Taste the waste“ von Valentin Thurn gezeigt, der 2011 mit dem Umwelt-Preis der Deutschen Umwelthilfe ausgezeichnet wurde.

Deutlich wurde dabei, dass die Thematik der Lebensmittelverschwendung – im Ausschnitt am Beispiel von Supermärkten – ein weltweit auftretendes Problem darstellt. Nicht nur in Deutschland, auch in Frankreich oder Japan wurden Beispiele sichtbar, bei denen einwandfreie Lebensmittel vernichtet wurden. Hinterfragt wurde in dem Zusammenhang auch das eigene Verhalten, das ebenfalls diskutiert wurde.

In einem zweiten Teil widmeten sich die Schülerinnen und Schüler einer Gruppenarbeit, bei der verschiedene Themen wie beispielsweise die sinnvolle Lagerung von Lebensmitteln erarbeitet oder „Restl-Rezepte“ mit vorgegebenen Nahrungsresten kreiert wurden. Der Vergleich eines Rezepts von 1884 mit einem heutigen ergab, dass die in den heutigen Rezepten exakten Angaben eher kontraproduktiv für die Reduktion von Lebensmittelabfällen sind, lässt sich ein auf das letzte Gramm genaues Einkaufen nicht realisieren. Hier könnte eine Rückbesinnung auf frühere Rezepte mit mehr Flexibilität von Vorteil sein. Die Schülerinnen und Schüler erstellten Plakate, die sie teils in analoger Form, teils auch digital via Tablet und Beamer der restlichen Klasse präsentierten.

Auch wenn die Workshops die Klimakonferenz sicherlich nicht ersetzen können, so ist ein Bewusstsein, Lebensmittelabfälle so weit möglich zu reduzieren ein weiterer kleiner Schritt in die richtige Richtung.

SBK

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